Der liebevoll renovierte Kulturkeller wurde am Samstag mit der neuen Show des Comedians Herr Schröder offiziell neu eröffnet.

Beim Betreten sticht direkt der neue Einlassbereich ins Auge. Die Räumlichkeiten wurden erweitert, dort wo früher einfach nur eine Garderobe stand, ist ein richtiges Theaterfoyer entstanden. Die alte Theke ist zu einer gemütlichen Bar geworden und von unten nach Oben in den Einlassbereich gezogen. Das gefällt auch den Gästen. Armin Düll (53) aus Fulda findet das Ankommen schöner, da „alles offen gestaltet und so ein stilvoller Platz geschaffen wurde, der einen gebührend auf die Vorstellung einstimmt“. Auch im eigentlichen Keller wurde viel gestrichen, geschraubt und installiert. Indirektes Licht in den Gewölbe-Nischen, ein neuer Technikbereich, Beamer, abgeschliffener Boden, gestrichene Wände und kernsanierte Bühne lassen den Kulturkeller in neuen Glanz erstrahlen. Katharina Stolpe (38) aus Fulda ist beeindruckt vom neuen Erscheinungsbild und findet es super, dass die ehemalige Kleinkunstbühne den Sprung zu einem richtigen Kleinkunst-Theater geschafft hat.

Zur Eröffnung wurden die geladenen Gäste mit Häppchen der Alten Schule in Empfang genommen. Zu Anfang informierte Winfried Schleicher aus dem Kreuz-Vorstand, die Gäste über die Hintergründe und Geschichte des Umbaus. Vom Kulturamt der Stadt Fulda fand Dr. Thomas Heiler passende Worte und äußerte sich sehr positiv über die jahrelange gute Zusammenarbeit, die in Zukunft noch weiter ausgebaut werden solle. Außerdem ging er in seiner kurzweiligen Ansprache auf die interessante Historie des Gewölbes im Museumshof ein.

Bildungsbrutalitäten unserer Zeit

Punkt 20 Uhr gingen auf der Bühne dann die Lichter an und, Wolfgang Wortmann, einer der Geschäftsführer des Kulturzentrums Kreuz, begrüßte nochmal alle Zuschauer der ausverkauften Show. „Auf dieser Bühne standen in ihren Anfängen schon Mario Barth, Bülent Ceylan und Dieter Nuhr. Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem Programm von Herr Schröder“.

Und diesen Spaß hatten alle. Herr Schröder, Ex-Deutschlehrer, Beamter mit Frustrations-Hintergrund und seines Zeichens Korrekturen Sohn, ist schon lange kein Geheimtipp mehr. In seinem aktuellen Programm „World of Lehrkraft – Ein Trauma geht in Erfüllung“, nimmt er die Zuhörer mit auf einen therapeutischen Trip durch die Bildungsbrutalitäten unserer Zeit. Dabei bezieht er von Anfang an sein Publikum/Klassenzimmer mit ein und lässt am Anfang den Klassensprecher des Abends wählen. Für ihn sei es auch kein Problem, wenn während des Programms gegessen und getrunken würde, denn er sei es gewohnt, dass andere das tun, wenn er redet.

Im Laufe des Programms gibt er einen Einblick hinter die Tischtennis-Platten der hochbegabten Bionadekinder und räumt dabei mit allen Klischees auf, mit denen es Lehrer und Schüler in ihrem Alltag zu tun haben. Dabei bleibt er stets seinem hohen Niveau treu, auch wenn er ab und an einen Blick in das liegengebliebene Tagebuch einer Schülerin riskiert und daraus liest. Seine eigentliche Vielfalt kommt zu Ende des Programms nochmal ganz deutlich zum Ausdruck. Da hat er die verrückte Idee, zu rappen und verabschiedet sich mit seinem Hit „Would The Real Slim Schrödi“ und einem lang andauernden Applaus von seinen Gästen.

QuelleFotos: BEne Reinisch und Felix Weigl
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