In Fulda scheint ein politischer Streit zu eskalieren. Andreas Goerke, Sprecher des Vereins Fulda stellt sich quer, und seine Familie sehen sich immensem Psychoterror ausgesetzt. Die Familie hat unter anderem eine Morddrohung erhalten.

Eskalation im Kampf linker und rechter Aktivisten? Seit einigen Wochen sehen sich Andreas Goerke, Sprecher des Vereins „Fulda stellt sich quer“, und seine Familie Psychoterror ausgesetzt. Das teilte Goerke move36 persönlich und sein Verein am Freitag in einer Pressemitteilung mit.

Demnach standen am 2. Februar dieses Jahres plötzlich sechs Feuerwehrautos und zwei Rettungswagen vor seinem Haus. Ein Anrufer habe bei der Feuerwehr gesagt, dass das Haus der Goerkes in Flammen stehe. Was jedoch nicht der Fall gewesen ist. Die Polizei bestätigte den Vorfall gegenüber move36. Laut Christian Stahl, Pressesprecher des Polizeipräsidiums, liegt eine Anzeige wegen Missbrauchs des Notrufs vor.

Polizei stürmt Grundstück

„Am selben Tag standen zudem acht Pizzalieferanten vor meiner Tür“, sagt Andres Goerke. „Sie hatten Ware im Wert von jeweils 150 bis 200 Euro dabei.“ Einen Tag später seien den Goerkes 500 Bücher geliefert worden. „Außerdem habe ich ein Bestätigungsschreiben über eine Mitgliedschaft in der NPD erhalten“, sagt Goerke. Diese hatte der Linksaktivist jedoch nicht beantragt.

Diese Fälle sollten nur das Vorspiel weit drastischer Vorkommnisse sein. „Am 11. Februar stürmte ein Einsatzkommando mein Grundstück und stand mit gezückten Waffen vor mir“, sagt Goerke. „Jemand hatte unter meinem Namen bei der Polizei angerufen und detailliert geschildert, wie ich meine Frau ermordet haben soll.“

Morddrohung gegen Sohn

Die Polizei bestätigt auch diesen Vorfall gegenüber move36. „Uns liegt eine Anzeige wegen falscher Verdächtigung und der Vortäuschung einer Straftat vor“, sagt Pressesprecher Stahl.

Vier Tage später erreichte der Psychoterror seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Familie Goerke erhielt per Brief – dieser liegt der Redaktion vor – eine Morddrohung gegen ihren Sohn. Neben den Drohungen sind darauf ein altes Foto des Jungen, vermutlich von Facebook runtergeladen, sowie als Todesdatum das Jahr 2017 zu sehen.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts einer politisch motivierten Straftat. Goerke und sein Verein sahen sich in der Vergangenheit immer wieder Auseinandersetzungen mit Personen aus anderen politischen Lagern ausgesetzt. Daher sei es naheliegend, dass die Vorfälle mit diesen Auseinandersetzungen zusammenhingen, sagt Christian Stahl.

Pressekonferenz am Donnerstag

Erst im Januar hatte unter anderem „Fulda stellt sich quer“ gegen eine interne Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes Fulda mobil gemacht. Dort sollte der Thüringische Fraktionsvorsitzende Björn Höcke auftreten.

„Fulda stellt sich quer“ und andere Gruppen wollten vor Ort demonstrieren. Die AfD sagte die Veranstaltung schließlich ab. Es habe Anfeindungen gegeben, man wolle die Parteimitglieder schützen, lautete die Begründung.

Schutz hat derweil nun die Familie Goerke nötig. Sie leidet unter dem Psychoterror. Schweigen will Andreas Goerke jedoch nicht. Am Donnerstag wird er im Haus des DGB eine Pressekonferenz geben.

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Seit August 2016: Redakteur bei move36-Reportage // Oktober 2014 bis September 2016: Redakteur bei fuldaerzeitung.de // April 2013 bis September 2014: Volontär bei Focus Online // Master of Arts Journalismus (Johannes Gutenberg Universität Mainz) // Diplom-Volkswirt (Julius Maximilians Universität Würzburg)