Hilfe ich finde keine Studentenbude! So geht’s wohl vielen Erstis in ganz Deutschland. Doch in Fulda tut sich was. Das Studentenwerk Gießen hat ein neues Wohnheim eröffnet.

Ein Text von Daniela Petersen

Bloß zwölf Monate hat es von der Baugenehmigung bis zur offiziellen Eröffnung gestern gedauert: Das Gebäude des Fuldaer Spar- und Bauvereins an der Leipziger Straße 54 wurde komplett umgebaut. Aus zwölf Wohnungen sind 56 kleine Apartments geworden, die das Studentenwerk Gießen allesamt schon vermietet hat.

Die 21-jährige Charlotte Walter  hat gut lachen: Die Studentin war die erste, die sich für das Wohnheim in der Leipziger Straße 54 beworben hat und bekam so eines der schönsten Zimmer des Hauses. Mit Dachbalken, Ausblick über ganz Fulda, kleiner Küche, Bad und hohen Zimmerdecken. Gemütlich sieht es aus. Modern. Von der buchstäblichen Studentenbude haben diese Apartments, die möbliert sind und zwischen 315 und 345 Euro Miete kosten, wenig.

Für 3,1 Millionen Euro hat der Fuldaer Spar- und Bauverein – die Genossenschaft ist Eigentümer – das  Haus renoviert. Auf 20 Jahre wurde es vom Studentenwerk Gießen angemietet. „Wir haben in Fulda momentan 363 Zimmer an Studenten vermietet, Ende 2019 werden es an die 500 Zimmer sein. Nächstes Jahr kommen noch Wohnheime in der Magdeburger Straße und im Campusviertel 2 hinzu“, stellt Ralf Stobbe, Geschäftsführer des Studentenwerks Gießen, in Aussicht. Ziel sei, Wohnraum für zehn Prozent der 9000 Studenten zu schaffen.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar begrüßt dieses Ansinnen: „Mehr als die Hälfte unserer Studenten kommt nicht aus Fulda beziehungsweise dem Landkreis und braucht hier bezahlbaren Wohnraum.“ Ein großer Vorteil des neuen Hauses sei die Nähe zur Hochschule: „Ich habe mal gestoppt, wie lange es dauert von der Hochschule hierher zu laufen. Es waren drei Minuten und 50 Sekunden.“

Lothar Eich, Vorstandsmitglied des Fuldaer Spar- und Bauvereins erklärt, dass es zunehmend schwieriger geworden sei, die wenigen großen Wohnungen des 88 Jahre alten und unter Denkmal stehenden Hauses zu vermieten. Deshalb kam die Idee auf, die zwölf Apartments zu teilen und an Studenten zu vermieten. OB Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) nennt das Projekt ein „gelungenes Beispiel dafür, wie ein in die Jahre gekommenes Haus zu einem schmucken Wohnkomplex werden kann“. Für diese Wandlung verantwortlich zeichnet das Fuldaer Architektenbüro Reith Wehner Storch.