Die besten Junghandwerker der Welt treten gegeneinander an. Und mittendrin: drei Jungs aus Osthessen. Wir haben mit zwei von ihnen, Mirko Betz und Patrick Röder, gesprochen, wie sie die WorldSkills 2017 in Abu Dhabi erlebt haben.

In der Oktoberausgabe haben wir unseren Lesern Patrick Röder von der Ferdinand-Braun-Schule vorgestellt. Patrick ist einer von drei Osthessen, die in der vergangenen Woche in Abu Dhabi bei den WorldSkills, der Weltmeisterschaft der Handwerksberufe, angetreten sind. 42 der besten Fachkräfte aus Deutschland zeigten hier, was sie im internationalen Vergleich drauf haben. Und die präsentierten sich fantastisch, denn ganze 19 Exellenzmedaillen für besondere Leistungen konnte sich das Team Germany sichern. Damit kehrt mehr als die Hälfte der deutschen Teilnehmer mit einer WM-Auszeichnung in die Heimat zurück. Zwei davon gingen nach Osthessen, nämlich an den Zimmerer Kevin Hofacker aus Steinau Ulmbach und den Karosseriespengler Mirko Betz aus Fulda.

„Die Wettbewerbstage vergingen wie im Flug“, erzählt Mirko Betz (21). Mirko hat die Ausbildung zum Karosseriebauer bei EDAG in Fulda gemacht und ist seit 2016 Geselle. Seit August macht Mirko seinen Techniker an der Ferdinand-Braun-Schule. „Die Anspannung ist mit jedem Tag gestiegen, aber es hat auch Spaß gemacht, mal selber seine Grenzen kennenzulernen.“ Das Schwierigste am Wettbewerb sei für ihn der Zeitdruck gewesen. Denn die Teilnehmer traten nicht in der Ruhe einer Werkstatt an, sondern unter den Augen der Tausenden Zuschauer und natürlich gegen die Uhr.Trotzdem gelang es auch Mirko, seine Arbeit gründlich und sauber zu erledigen. So gründlich, dass er mit einer Exzellenzmedaille geehrt wurde. Insgesamt sicherte er sich in seinem Handwerk einen guten 6. Platz. „Abu Dhabi war ein riesiges Erlebnis für mich. Es war wirklich schön, die Stadt und die Kultur kennenzulernen. Auch der Besuch der Schule war der Hammer, weil man gemerkt hat, dass die Schule und die Schüler sich lange auf unseren Besuch vorbereitet haben.“

Auch unser Local Hero Patrick Röder (20) hat sich bei den WorldSkills super geschlagen. Er ist Jahrgangsbester der Maler- und Lackiererklasse der Ferdinand-Braun-Schule und wurde bei der Hermann Hohmann Baudekoration ausgebildet wird. Es kam zwar nur ein 14. Platz für ihn heraus, aber er hat sein Gewerk trotzdem gut vertreten. „Abu Dhabi ist für mich etwas ganz Neues. Es war der Wahnsinn. Die Menschen waren super freundlich und sehr offen. Die Stadt selber ist bautechnisch gesehen der Hammer, ein Wunder, wie so große Gebäude im Nichts entstehen können.“ Der Wettbewerb sei eine echte Herausforderung gewesen. „Am schwierigsten war für mich das Design in der Mitte umzusetzen. Auch die körperliche Belastung war extrem, und das obwohl es nur sechs beziehungsweise sieben Arbeitsstunden jeden Tag waren.“ Die Stimmung im Team holte aber jede Anstrengung wieder heraus: „Das Team war super drauf. Wir hatten sehr viel Spaß und haben auch viel miteinander unternommen.“

Der dritte Osthesse, Kevin Hofacker (22) aus Steinau Ulmbach, trat bei den Zimmerern an und sicherte sich ebenfalls eine Exzellenzmedaille. Auch auf seinen 7. Platz ist das Team Germany stolz.

Die Besten von Team Germany

Die Stahlbetonbauer Medin Murati (20, aus Warmisried/Bayern) und Timo Schön (21, aus Velburg/Bayern) schmückten sich mit der Silbermedaille. Ebenfalls Silber holte im Demonstrationswettbewerb „Water Technology“ der 19-jährige Patrick Gundert aus Kaperich (Rheinland-Pfalz). Der Jüngste im Team Germany, der 17-jährige Jonas Wanke, Schüler am Berliner Heinrich-Hertz-Gymnasium, erreichte einen hervorragenden dritten Platz im Skill „IT Software Solutions for Business“. Bronze gab es auch für Fahrzeuglackierer Jonas Heinze (22, aus Brechen/Hessen), der zusätzlich als Punktbester im deutschen Team mit dem Titel „Best of Nation“ geehrt wurde.