Grillhütte oder Sportheim mieten, Essen und Trinken für 100 Leute organisieren, Anlage hinkarren – große Geburtstagspartys zu schmeißen, kann ganz schön nervig und schweißtreibend sein. Klar ist’s super, die Riesenmeute, die man halt so kennt, an einem Tag zusammenzubringen. Eine gediegene Feier im kleinen Kreis tut’s aber auch mal. 

Große Tage feiert man gerne groß – Schulabschluss, Hochzeit oder den 18. Den habe ich mit meinem damals besten Kumpel in einem Sportheim ausgiebig zelebriert. Großes Pult für einen guten DJ-Kumpel, der sein ganzes Musikequipment mitgebracht hatte, Schwarzlicht und andere bunte Lampen, leuchtende Neonwolle und Flaggen, um die Fenster abzuhängen. Das ganze Programm.

So ein Brimborium gab’s seitdem nicht mehr zu meinem Schlüpftag. Mal zwei größere Hauspartys. Das war’s. Vergangenes Wochenende, elf Jahre nach meinem 18., habe ich mal wieder gefeiert – im kleinen Kreis mit den Besten, bis sechs Uhr morgens bei gediegener Mucke am Feuer sitzend bei den Eltern im Garten. Alte Freunde waren da, die ich teilweise zwei, drei Jahre nicht gesehen habe. Die beste Idee, so zu feiern.

Wen lade ich ein, wen nicht?

Inzwischen kennt man ja etliche Leute, die man hätte einladen können. Platz genug wäre in unserem Garten. Doch mit Ende 20 neigt man dazu, klein zu feiern, sich auf die Engsten und die Familie zu besinnen. Die wilde Studienzeit liegt schon über vier Jahre zurück, man arbeitet, und nach zwei durchzechten Nächten spürt man, wie die 30 näher rückt. Mal wieder mit 15 deiner besten Freunde zu quatschen und zu trinken natürlich, kann dir daher so viel mehr geben, als mit 50 oder mehr Leuten die ganze Nacht nur Smalltalk zu machen, um mit möglichst allen geredet zu haben.

Aber wen lade ich ein, und wen nicht? Bei mir waren es die, die ich am längsten kenne und mit denen ich am meisten zu tun habe. Irgendwo muss man ja die Grenze ziehen. Freunde aus dem erweiterten Bekanntenkreis werden sicher nicht sauer sein, wenn du sie nicht einlädst, weil deine Party nicht ausufern soll. Auch eine Option für Mittzwanziger oder Ältere: nur Eltern mit Kindern einladen. Mit den Ungebundenen könntest du zusätzlich in Club oder Kneipe noch mal einen Drauf machen.

Große Partys sind auch Futter für die Seele

Natürlich haben auch große, exzessive Partys was für sich. Ich feier gerne, höre gerne so laut Mucke, dass ich mein eigenes Wort nicht mehr verstehe, tanze gerne. Die vielen so verschiedenen Menschen auf einer Feier zusammenzubringen, ist Futter für die Seele – am besten in einer Grillhütte, wo der DJ ordentlich aufdrehen kann. Zappelt man dann mit allen gemeinsam grinsend zur Mucke, bedarf es auch nicht mehr vieler Worte. Von daher gibt’s mit Sicherheit irgendwann auch mal wieder ’ne große Sause.