Hast du der da grade auf den Arsch geglotzt, hä?! Oder: Schreibst du schon wieder mit der Tussi? Wir kennen sie alle. Die Eifersucht. Wann ist sie angemessen, wann übertrieben? In jedem Fall ein überaus nerviges und mieses Gefühl, das sich irgendwie einfach nicht abstellen lässt.

Sie beschreibt ein schmerzvolles Gefühl gegenüber einer geliebten Person, von der du dich nicht genügend wahrgenommen, geliebt, wertgeschätzt fühlst. Eifersucht gibt es nicht nur unter Paaren – auch unter Geschwistern und Freunden. Sogar im Tierreich gibt es sie, wenn der Hund um die Aufmerksamkeit seines Herrchens buhlt, weil er oder sie einen anderen Hund streichelt. Wissenschaftler gehen deswegen davon aus, dass das Gefühl zum Reich der Instinkte gehört.

Jeder schaut gerne mal

Aber bleiben wir mal bei den Liebespaaren. Ich bin grundsätzlich kein überaus eifersüchtiger Typ; kam sie mal auf, als beispielsweise eine meiner Exfreundinnen auf einer Party einem Laberflash mit einen Typen verfallen war, dachte ich mir: „Schlucks runter! Warum soll ich mir wegen nichts die Party verderben lassen? Ich geh wieder dancen.“ Und in den meisten Eifersuchts-Anfällen ist es wohl genau das: Nichts, weswegen du ein Fass aufmachen solltest.

Denn hast du eine gesunde Beziehung auf Augenhöhe, die auf Vertrauen aufbaut, sollte Eifersucht keine große Rolle spielen. Oft verursacht sie Streit, der sich unnötig hochschaukelt. Wenn dein heimlich hinterhergeworfener Blick auf einen heißen Po euch den ganzen Tag versaut zum Beispiel. Natürlich findest du dein ganzes Leben lang auch andere Menschen attraktiv und schaust gerne mal. Wer nicht?

Alarmsignal für Bedrohungen

Die Kunst ist es, als Paar darüber zu stehen und im besten Fall einfach Witze über solche Situationen zu machen. Doch diese elendige Eifersucht sucht einen ja immer wieder heim. Du scheinst machtlos gegen dieses Gefühl – selbst wenn du es eigentlich besser weißt. Viele Youtube-Channels versprechen mit Tipps die Überwindung der Eifersucht. Doch wenn sie wirklich zu den Instinkten gehört, lässt sie sich nicht überwinden, allenfalls zähmen. Aber dann muss sie doch auch irgendeinen einen positiven Sinn haben?

Ja, denn sie ist ein Alarmsignal für eine Bedrohung der Liebesbeziehung. Insofern ist sie grundsätzlich eine positive Fähigkeit. Es sei denn, sie wird krankhaft und schlägt in Kontrollzwang um, sodass dich dieses Gefühl „irgendwas stimmt nicht“ den ganzen Tag begleitet – wenn der Partner fünf Minuten später nach Hause kommt oder mit einer fremden Person telefoniert. Gründe für diese krasse Form sind zum Beispiel: zu wenig Liebe seitens der Eltern in der Kindheit, Verluste oder schlechte Erfahrungen mit Ex-Partnern.

Fehlendes Vertrauen ist das Problem

Die Krux mit dieser elendigen Eifersucht ist, abzuwägen: Wann schlucke ich sie runter, weil ich meinem Partner vertraue und eigentlich weiß, dass ich hier nur einen unnötigen Streit vom Zaun breche. Und wann bringe ich sie wie zum Ausdruck, weil mich das Verhalten meines Partners grade wirklich stört und ich die Beziehung ernsthaft in Gefahr sehe. Doch in den allermeisten Fällen liegt das Problem nicht beim Gegenüber, sondern am fehlenden Vertrauen des Eifersüchtigen.